"We must make the building of a free society once more an intellectual adventure, a deed of courage." – F.A. von Hayek

Snowden war ein Staatsspion. Er hat vermutlich aus Geldgier daran teilgenommen, die Daten von Millionen Menschen auszuspähen. Er scheint auch nicht in die Sache hineingeschliddert zu sein, wie ein Soldat, der mit ehrenwerten Motiven in eine Armee eintritt, um später festzustellen, wie dünn die Decke der Zivilisation wirklich ist.

Alle, die nach Asyl für Snowden schreien übersehen das m.E. Snowden war ein Teil der wohl größten Abhörmaschine der Welt und hat sicherlich gegen eine gewaltige Zahl von Gesetzen in den meisten Ländern der Welt verstoßen. Und es war sein Job. Er ließ sich dafür bezahlen. Er wurde nicht etwa zwangsweise rekrutiert. Bekäme er Asyl in Deutschland, könnte und dürfte dies nicht ungesühnt bleiben. Für seine gewerbsmäßige Beteiligung an dem Abhörsystem gehört er m.E. in den Knast.

Andererseits schulden wir ihm für das Aufdecken des Systems sicherlich viel Respekt. Einen großen Teil dieses Respektes zollt ihm die Welt gerade.

Warum tun sich europäische Demokratien so schwer damit, Helden zu bestrafen, statt sie märchenhaft von allem Tadel auszunehmen und sakrosankt zu sprechen. Man kann richtige Dinge aus falschen Motiven tun und eben: ein Held und ein Schuft sein.

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Sehr geehrte Damen und Herren,

als mittlerweile langjähriges Mitglied der HU habe ich die Debatte um einen staatlichen Strafanspruch bei Knaben-Beschneidungen im Inland verfolgt und auch die Stellungnahme von Jutta Roitsch-Wittkowsky und Florian Beger mit Interesse zur Kenntnis genommen. Sie liegen richtig; die übrige HU liegt  mehrheitlich m.E. falsch.

Obwohl meine Frau und ich uns als Christen verstehen, haben wir (wohl überlegt) auf die Kindstaufe unseres Sohnes verzichtet. Dies war das Ergebnis einer langen Diskussion in unserer Familie und wir sind sehr glücklich mit der Entscheidung. Wir wissen aber auch (und das aus unserer eigenen Familie), dass die (Knaben-)Beschneidung mehr ist als ein religiöser Habitus. Mit ihr einher geht ein Verständnis von Zugehörigkeit und Identität, das – wenngleich ich es in dieser Form für überkommen halte – ein gesellschaftliches Faktum ist. Die Knabenbeschneidung zu verbieten bedeutete, den Kindern ein Stück familiäre Identität vorzuenthalten.

Der Verbot der Beschneidung und eine Kriminalisierung  der Praxis andererseits sendet an die bereits beschnittenen (erwachsenen) Männer das folgende Signal: „Eure Eltern und Großeltern sollten für das, was Eure Familien-Identität ausmacht ins Gefängnis gehen; so ist es der Wille der deutschen Bevölkerung!“ Nicht eben ein Signal, das zum Miteinander einlädt.

Wir würden jeden versuchen, zu überzeugen, dass Beschneidung, Taufe, Firmung oder ein anders Ritual erst nach der Religionsmündigkeit des Betroffenen Kindes und nur auf dessen Wunsch stattfinden sollten. Niemals aber würden wir an dieser Stelle einem staatlichen Strafanspruch das Wort reden!

Allein die Vorstellung, dass deutsche Exekutivbeamte auf Neugebohrenenstationen auf die Suche nach den Kindern von jüdischen, orthodoxen und muslimischen Eltern gehen, um ggF. einen Strafanspruch des Staates gegen die Kindseltern durchzusetzen ist mir derart ein Gräuel, dass sich jede Diskussion erübrigen dürfte. Vom sicher einsetzenden Beschneidungs-Tourismus in die Niederlande oder in die Schweiz ganz zu schweigen.

Mir hat sich der Verdacht aufgedrängt, dass einige in der HU hier nach dem Motto verfahren: wenn’s gegen die organisierte Religion geht, sind wir mit dabei; die Mittel sind uns völlig egal.

Davon, dass Strafrecht „ultima ratio“-Charakter haben sollte, ganz zu schweigen. Hier hat der rechts-philosophische Kompass einiger HU-Mitglieder wohl völlig ausgesetzt. Wo waren etwa die Vorschläge für ein abgestuftes Vorgehen: zunächst Aufklärung über die Folgen der Beschneidung für die Kinder, dann vorenthalten von staatliche „Wohltaten“? Nein, das Strafrecht wurde allenthalben als geeignetes Mittel angesehen, die Mehrheitsmeinung durchzusetzen. Auch nur in Erwägung zu ziehen, dass irgendwelche Beamte, die – seien wir ehrlich – weder die Kultur der Familien, noch die sonstige familiäre Situation, geschweige denn die religiösen Traditionen kennen, besser wissen, was gut für ein (ihnen völlig unbekanntes) Kind ist als die eigenen Eltern ist einer liberalen Bürgerrechtsbewegung absolut unwürdig.

Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, meine Mitgliedschaft in der HU zu beenden.

In Hamburg beginnt der 34. Ev. Kirchentag, der Bundesrat stimmt der Bestandsdatenauskunft zu, in Mainz fordern verbeamtete Lehrer eine Erhöhung ihrer Bezüge aus den Einnahme der Steuerdatenankäufe und in Mannheim verteidigt Wladimir Klitschko seinen Weltmeistertitel im Schwergewichtsweltmeister der Verbände WBO, IBF und WBA und an einem sehr weit entfernten Ort, den sicher kaum jemand in Deutschland auf einer Karte zeigen könnte, stirbt einer unserer Nachbarn in einem Krieg. Mit dem Namen der Gegend verbinden einige wenige etwas „Baghlan“. Dieser Ort ist wohl vor allem denjenigen bekannt, deren Partner, Geschwister, Kinder und Eltern dort eingesetzt sind.

In den letzten elf Jahren hat die deutsche Öffentlichkeit viele neue Ortsnamen lernen müssen: Kabul, Kunduz, Masar -e Sharif, Fayzabad. Es waren die Orte, an die wir unsere Nachbarn, Freunde, Kinder Väter und Mütter geschickt haben um – falls es dazu kommen sollte – für uns zu sterben, denn in einer Demokratie Krieg zu führen heißt letztlich genau das.

Ich bin müde geworden, nach einer Legitimation für den Tod dieses jungen Mannes zu fragen. Oder für den Tod eines jener Männer, die wir als „insurgents“, als „Aufständische“, bezeichnen. Ich wünschte, wir hätten diese Namen bei anderer Gelegenheit lernen können.

Der Tod dieses jungen Mannes, war nicht vorgesehen. Bestimmt war er das nicht. Aber genausowenig war der Verlauf des „Wiederaufbaus“ vorgesehen oder das grandiose politische Scheitern der Mission. Es mag eine Wahrheit sein, die gilt seit Staaten Kriege führen: Politiker beschließen sie, Generäle planen sie, die Pläne scheitern und und ganz normale Menschen bezahlen das Scheitern mit dem Leben. Es gibt mehr als eine Lektion zu Lernen nach 11 Jahren Krieg und eine davon ist wohl: geh nicht leichtfertig in den Krieg, sondern überlege dir gut, warum Du gehst und wann und wie du wieder heim kommen willst.

Und für uns anderen, die mit den Beschlüssen und Plänen jener Menschen leben müssen, möge Gott mir unseren Lieben sein und mögen diejenigen, die einen Teil von sich verloren haben, Trost finden.

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Die so genannte „Waldorfpädagogik“ (benannt nach der Zigarrenmarke Waldorf-Astoria) wurde durch Rudolf Steiner (Zitat desselben: „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.“ – Über das Wesen des Christentums (GA 349), S. 52) begründet und ist eng mit der so genannten Anthroposophie verbunden. Alle grundlegenden Konzepte der Waldorfpädagogik beruhen auf Steiners esoterischen Thesen, die durch moderne wissenschaftliche Erkenntnisse widerlegt sind.

Wenn sich Eltern für die pseudoreligiöse Erziehung nach Rudolf Steiner (Zitat des Inflationsheiligen: „Die Negerrasse gehört nicht zu Europa, und es ist natürlich ein Unfug, dass sie jetzt in Europa eine so große Rolle spielt.“ – Über das Wesen des Christentums (GA 349), S. 53) in privaten Waldorfschulen entscheiden und selbst dafür zahlen, ist dies ihre souveräne Entscheidung und insoweit nicht zu kritisieren. Diese sind in Deutschland als staatlich anerkannte Ersatzschulen in freier Trägerschaft anerkannt.

In Hamburg aber plant der SPD-Senat um Olaf Scholz (SPD) unter dem Bildungssenator Rabe, der sich bereits in der Vergangenheit als besonderer Fürsprecher der Waldorf-Pädagogik hervortat, die Einrichtung einer staatlichen Waldorf-Schule. Die ideologisch gefärbten und in Deutschland absolut nicht konsensfähigen Steiner-Lehren würden damit aus den Steuermitteln auch derjenigen übergroßen Mehrheit, die ihren pseudo-religiösen Heilslehren nicht anhängen (oder sie ablehnen) bezahlt.

Ein solcher Zwang zur Finanzierung weltanschaulich stark divergenter Minderheiten ist aus verfassungsrechtlicher Sicht hoch problematisch. Zumal sich der Staat hierdurch aus seiner neutralen Rolle verabschiedet und die steinerschen Lehren als legitime und scheinbar gleichwertige „Alternative“ zu einer von den Idealen der Aufklärung inspirierten, wissenschaftsbasierten Lehre darstellt.

Die Skeptikervereinigung GWUP ermöglicht eine Petition gegen die Einrichtung einer staatlichen Waldorfschule.

CHANGE.ORG: Petition gegen die geplante staatliche Waldorfschule in Hamburg

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Set No 5181 „my little police sate“: three Riot Cops: 1 machine gunner, 1 gas masked riot suit guy with a cane, 1 guy with a leashed shepard  dog.

When did civil society lose the battle over our kids‘ rooms.
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Ostern 2013:

Gefastet: ja (katholischer Ritus … evangelisches “ Sieben Wochen ohne Vorsicht“ war in diesem Jahr war ja wohl oberpeinlich).

Fasten gebrochen: 9 mal.
Toll: Selbstbeherrschung üben.
Mist: Vegetarismus.

Karfreitagsprozessionen und -messen: meist bigotte Selbstvergewisserung müder Gemeinden, die meisten frömmelnden Kirchgänger würden selbst für gar nichts Qualen ertragen.

Tanzverbot: faschistoide Übergriffigkeit eines herrschsüchtigen Staatsklerikalismus mit Menschen Minderwertigkeitskomplex.

Ostersonntag: (hoffentlich) Wurstbrotpicknick mit der Großfamilie bei Sonnenaufgang am Herkules (schöne russ.-orthodoxe Sitte).

Im Übrigen: viel zu kalt.

Maz Jobrani: a saudi, an indian and an iranian walk into a qatari bar

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