"We must make the building of a free society once more an intellectual adventure, a deed of courage." – F.A. von Hayek


In der Rheinischen Post spricht Philipp Rösler davon, dass es „keine Denkverbote“ im Bezug auf Griechenland geben darf und man über eine geordnete Insolvenz Griechenlands nachdenken sollte. Ein banaler Satz. Brüderle schiebt nach, das Solidarität Grenzen hat (noch banaler) und Jörg-Uwe Hahn erklärt, alle hätten recht.

Was aber hat die FDP von dieser Einsicht? Vizekanzler Rösler muss sich von der Kanzlerin und zuvor noch vom Veto-Minister Schäuble und dafür Tadeln lassen, dass er angeblich zu unsensibel mit der Marktstimmung umgehe. Wenn dieses Kritik-Fünkchen schon zu unsensibel ist, Gott weiß, was passiert wäre, wenn Rösler gesagt hätte, was ich (und – wie Emnid herausgefunden hat – eine Mehrheit der Deutschen) denke(n)?

Was wäre passiert, wenn er gesagt hätte: die griechische Regierung hat nicht kapital-gedeckte Beanspruchungsprogramme aufgelegt, die so irrational sind, dass jeder Private dafür in den Knast ginge, weil es ein Schneeballsystem ist? Was, wenn er gesagt hätte, dass die griechische Regierung nicht verstanden hat, dass alles Geld, dass sie dem Wähler geben kann immer nur aus Steuern stammt. Entweder es sind die Steuern von heute oder – besonders perfide – es sind Schulden und damit die Steuern von morgen. Es gibt nur die Optionen „Besteuern“ oder „Später besteuern“.

Was wäre, wenn er gesagt hätte: „Griechenland fuhr jahrzehntelang mit 200 Sachen in die falsche Richtung. In der „Krise“ fahren Sie nun langsamer, aber immer noch in die falsche Richtung und … wir fahren mit“. Was wäre, wenn Rösler gesagt hätte: „wir werden und darauf einstellen müssen, dass wir in einer Transferunion weniger Sozialstaat haben, weil uns vor lauter Transfer dafür das Geld fehlt und unsere Kinder werden für unsere Schulden (und für die der griechischen Regierung) werden, zahlen müssen.“

Was wäre, wenn der deutsche Vize-Kanzler gesagt hätte: „Ich frage mich nur: wir habe den Griechen nichts versprochen und unsere Kinder haben Ihnen nichts versprochen. Warum sollen wir für sie Zahlen?“

Die FDP hat Recht … und wir der Einsicht nicht folgenden können. Die Lage der Partei ist so desolat, dass auch ein Bruch der Koalition und eine Fundamental-Opposition gegen die Transferunion als „billiges Getue“ abgestempelt werden würde und wohl ohne nennenswerte Wahlerfolge bleiben dürfte.
Brave new world that has such parties!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Schlagwörter-Wolke

%d Bloggern gefällt das: