"We must make the building of a free society once more an intellectual adventure, a deed of courage." – F.A. von Hayek

Vortrag bei den Lions


Auf Einladung von Hans Eichel und des Vorstands des Lions Club Kassel Brüder Grimm habe ich gestern Abend ab 19.30 einen Vortrag zum Thema „Die Piraten – ein neues politisches Phänomen“ gehalten. Die Zuhörerschaft bestand aus ca. 50 Lions und sechs Leos.

Aus meiner (mehr oder minder) schicken Präsentation wurde dann aber eher nichts. Ich hatte einige Grunddaten zusammengetragen, aber meinen Vorschlag, mich gern auch während des Vortrags zu unterbrechen, nahmen die Beteiligten mehr als dankbar. Und … they were giving me quite a hard time!

  • Warum wollen Sie, dass jeder 1.000 EUR bekommt? (A.: Wir möchten einen Prozess dazu anstoßen)
  • Was soll dieses „bedingungslose Grundeinkommen“ denn genau sein? (Da gibt es verschiedene Modelle, es geht uns darum über ein menschenwürdiges Auskommen eine gesellschaftliche Diskussion zu führen. Wir haben nie entscheiden, dass wir es wollen und am Ende müsste es darüber eine Volksabstimmung geben).

Das gerade ich (gerade ich) diesen unsäglichen BGE-Beschluss rechtfertigen soll, war wirklich eine persönlich Herausforderung.

Ein weiterer Quell steter Freuden war das Urheberrecht. Diesmal viel es mir wohl nicht so schwer unsere Position zu rechtfertigen.

  • Warum wollen Sie das Urheberrecht Abschaffen? (A. Wollen wir nicht)
  • Warum sagen Sie jetzt plötzlich, sie wollten es nicht abschaffen? (A. Wir haben das nie gesagt).
  • Wenn Sie sagen, sie hätten es nie abschaffen wollen, warum haben Sie nicht dafür gesorgt, dass das Bild bei den Leuten richtiggestellt wird? (A. Dafür bin ich ja unter anderem hier).

Zum Thema Immaterialgüter als nicht-knappe Güter hatte ich extra einen Apfel besorgt, um das Beispiel von Lawrence Lessig zu verbildlichen (man kann den Apfel nur einmal essen, die Datei aber beliebig oft kopieren, ohne dass sie Schaden nimmt).

Ein Verständnisproblem war m.E. auch das Fehlen einer echten Ideologie und die Nicht-Verortbarkeit der Partei („Bei Ihnen wählt man ja eine Wundertüte“). Ich hab versucht dies ohne allzu großes Parteien-Bashing zu entkräften.

Unsere Haltung zur Wirtschaftspolitik (Monopole, Patentwesen, etc.) habe ich m.E. ganz gut verteidigt (A. Wirtschaftspolitik sollte nicht mehr sein als Ordnungspolitik).

Ein weiteres Diskussionsthema war das Staatsverständnis. Meine Zuhörerschaft war überwiegend eher etatistisch geprägt und tat sich mit selbstorganisierten System etwas schwer.

Etwa zwei Drittel der Gäste blieben über das veranschlagten Ende der Veranstaltung (21.30 Uhr) hinaus.

Nach der Debatte gab es von einigen große Anerkennung … von anderen nur ein höfliches „machen sie’s gut“. Mit einigen habe ich noch sehr intensiv bis 23.45 Uhr diskutiert. Das Interesse war m.E. ähnlich groß wie das Unverständnis.

Vielen Dank an die Piraten, die mir vorher Anregungen gegeben haben vielen Dank an die Lions für die Einladung.

Es gab: kostenloses Essen und ein Flasche Sekt als Dankeschön (letztere spende ich dem Kreisverband).

Advertisements

Kommentare zu: "Vortrag bei den Lions" (1)

  1. Jörg B. (Hessen) schrieb:

    Hi Guido.

    Das hast Du prima gemacht! Hab den Text glatt zweimal gelesen!

    Super!

    Schöne Grüße
    Jörg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Schlagwörter-Wolke

%d Bloggern gefällt das: