"We must make the building of a free society once more an intellectual adventure, a deed of courage." – F.A. von Hayek

Eine Polemik gegen das BGE


Das BGE würde die Gesellschaft verändern … aber nicht zum besseren.

Die dümmste Frage in Talkshows: würdest Du arbeiten, wenn Du jeden Monat einfach so 1.000 EUR bekommen würdest?

Die Frage, die sich aufdrängt ist doch nicht: würdest Du arbeiten? Die Frage ist: Was würdest Du arbeiten!

Jens-Wolfhard Schicke (PP-NDS) hat es in ZDF-“log in“ auf den Punkt gebracht: „Ich würde das tun, was ich gerne mache, nämlich programmieren, aber ich würde nicht mehr für andere Leute programmieren, ich würde größtenteils für mich selber programmieren und ich glaube eigentlich, das möchte mir niemand unbedingt bezahlen.“

Eine kapitalistische Gesellschaft ist kein Ponyhof. Menschen müssen sich „der Logik der Märkte“ unterwerfen. Aber wenn Menschen für ihre Existenz marktgängige Leistungen erbringen müssen … heißt das letztlich, dass sie etwas machen, das anderen Menschen gefällt. Die „Marktgängigkeit“ zwingt Menschen dazu, sich und ihr Tun auf andere Menschen auszurichten, denn nur wenn ich etwas machen, von dem andere glauben, dass es ihnen mit dem was ich tue besser geht als ohne, werden sie mir dafür Geld geben. Sie macht uns zu sozialen und kooperativen Wesen.

Alle BGE-Phantasien kranken m.E. an dieser fehlenden Sozialausrichtung. Wenn Menschen Geld erhalten, gleich was sie damit tun, zwingt sie nichts auf der Welt dazu etwas zu tun

Wir werden ein Land voll mittelmäßiger Geigenspieler, selbstfindungsfanatischer Möchtegernmaler und mittelmäßiger Köche haben. Menschen werden vielleicht mehr Zeit mit Politik verbringen und überlegen, wie die die Welt noch weiter ändern können, aber die Zahl der Brotsorten wird sich verringern und wir werden Sonntags nicht mehr Tanken gehen können. Es wird ein Land sein, in dem Menschen lächerliche Klamotten tragen, in IKEA-möblierten Büros sitzen und infantile Bilder in überformatig-großkotzigen Rahmen hängen. Wenn ich an ein Land mit BGE denke, habe ich ein Bild von einer reiz-arme Welt zwischen Prozac und Eskapismus.

Gerne übersehen wird bei Fabulieren über BGE-Konzepten, dass alle Konzepte (auch die der PIRATEN) von der Zahlung des BGE an einen bestimmten Personenkreis ausgehen. Insoweit ist „bedingungslos“ eigentlich ein Etikettenschwindel. Die BGE-Empfänger muss mindesten
1. geboren worden sein,
2. (noch) leben.
3. sich in Deutschland rechtmäßig aufhalten oder Staatsbürger sein und
4. mitteilen, dass es das Geld haben will.

Das sind m.E. schon mal ganz schön viele Bedingungen für etwas „bedingungsloses“.

Außerdem setzt es voraus, dass alle Menschen lückenlos ab Ihrer Geburt erfasst werden. Wie das mit piratigen Grundsätzen vereinbar ist, ist mir absolut unverständlich.

Im Kern liegt für mich auf der Hand, dass ein so irrsinnig starkes Sozialsystem von einer irrsinnig starken Ausgrenzung leben muss. Selbst das System der „negativen Einkommensteuer“ (das zurück geht auf eine Idee von Milton Friedman und welches ich persönlich favorisiere) würde dazu führen, dass wir keine Zuwanderung mehr dulden können.

Während sich die Zahl für Menschen, die um den Globus strömen und miteinander Güter, Ideen und Kultur austauschen exponentiell erhöht, müsste Deutschland zu einer Insel werden. Handel ist eine Wohlstandsmaschine. Er erzeugt Wohlstand auf beiden Seiten und wir würden uns davon total abkoppeln auf unserer inzestösen, überalterten BGE-Insel voller kontaktscheuer Eigenbrötler.

Dieses BGE-Land würde voll sein von Reinkarnationen von Rosamunde Pilcher, Claudia Roth und Florian Silbereisen. Voll von Telenovelas und ZDF-Serien mit Schauspiel-Zombies. Aber in diesem Land wird es keinen zweiten Thomas Edison, Guglielmo Marconi, Steave Jobs, Carl Benz, Niccolò Paganini, Sergey Brin oder Stanley Kubrick geben. Es wird ein Land sein, in dem ich nicht würde leben wollen.

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